Vereinsfest

Artikel vom 12. Aug. 2015 im Mindener Tageblatt (Red. Monika Jäger):



Überwältigende Momente

Nach zehn Jahren Arbeit blickt der Verein Mlango mit Stolz auf seine bisherige Arbeit zurück und feiert ein Fest für Freunde und Förderer.

Essen für die Kinder, eine Stelle für eine Lehrerin und moderne Feuerstellen: Nach zehn Jahren Arbeit blickt der Verein Mlango mit Stolz auf seine bisherige Arbeit zurück. Mit Freunden und Förderern lädt er daher zu einem Fest am Samstag, 22. August, ins Eine-Welt-Dorf, Froebelstr. 5 (hinter der Eine-Welt-Schule) ein. Los geht es um 15 Uhr.

Ein buntes Programm sorgt für reichlich Abwechslung. Geplant sind ein Afrikabasar mit Handarbeit aus Malawi und ein Auftritt der Trommelgruppe Kalabash. Kaffee und Tee wird auf dem afrikanischen Energiesparofen gekocht, und Kuchen und Pizza kommen aus dem Lehmbackofen. Im Kinderprogramm können Trommeln bemalt und dann bespielt werden und ein Afrikaquiz ist ebenfalls geplant.

Bei gemütlichem Beisammensitzen gebendie Vereinsmitglieder gerne weitere Informationen über die vielfältigen Projektarbeiten im Süden Malawis. Seit zehn Jahren besteht jetzt die Partnerschaftsarbeit der Mindener Afrikagruppe Mlango im Mulanje-Distrikt.



Jedes Mitglied der MLANGO-Reisegruppen, die in den letzten Jahren die drei Partnerschulen im Süden Malawis besuchten, kann von den freudigen, lebhaften und dankbaren Schulkindern berichten, die den Besuchern singend und tanzend auf der staubigen Lehmpiste entgegen gelaufen kamen. „Jedes Mal ein wahrhaft überwältigender Moment, jedes Mal ein Empfang, wie er herzlicher nicht sein könnte“ so die Teilnehmer.

 2005 – also vor mittlerweile 10 Jahren – begann die Schulspeisung zunächst nur in einer Schule (Nsanjama Primary School), die ca. 30 km vom Distriktzentrum Mulanje entfernt ist. „Damals ahnten wir bereits, dass dieser Beitrag zu einem wichtigen Schlüssel für grundlegende Bildung und nachhaltige Gesundheit der Schulkinder werden sollte“, so Mlango heute. Der einfache Maisbrei, der mit Sojamehl, Mineralien und Vitaminen angereichert wird, gilt nach den Richtlinien der WHO (Welt-Gesundheits-Organisation) als vollwertige Grundernährung. Mangelernährung und Krankheiten gingen nach kurzer Zeit zurück bzw. verschwanden aus dem Schulbild., berichten die Mlango-Aktiven. „Mittlerweile sehen fast alle Kinder gut ernährt und gesund aus“.

Nach und nach sprach sich das Angebot in der ganzen Umgebung herum, so dass die Eltern ihre Kinder vormittags aus der traditionellen Kindermithilfe im Haus und auf dem Feld entließen und nun in die Schule schicken. Mit viel Freude und großem Einsatz seien alle Kinder jetzt beim Lernen. Schritt für Schritt erweiterte der Verein in den vergangenen Jahren sein Engagement. So wurde die tägliche Schulspeisung auf zwei weitere benachbarte Schulen (Nkondezi und Mwangothaya School). Insgesamt würden jetzt täglich 2500 Schüler versorgt, so der Vereinsbericht.

 

Gemeinsam mit afrikanischen Handwerkern wurden die halboffenen Feuerstellen durch Energiesparöfen ersetzt, die nun den Brennholzbedarf halbieren, die Kochzeiten verkürzen und die giftigen Rauchgase verringern. Auf den Schulhöfen wurden junge Obst- und Feuerholzbäume mit Lehrern und Eltern gepflanzt sowie Schulgärten angelegt. „Die Inbetriebnahme einer solargestützten Internetbasis an der Mwangothaya Schule ermöglicht nun den direkten Datenaustausch“ so der Bericht weiter. Einzelne Schüler wurden für den Besuch weiterführender Schulen bzw. eine Berufsausbildung im technischen oder medizinisch-pflegerischem Bereich finanziell gefördert. Eine zusätzliche Lehrerin für die Mwangothaya School wurde angestellt und finanziert. In diesem Sommerhalbjahr ist MLANGO erstmals durch ein junges Vereinsmitglied dauernd im Projektgebiet vertreten. Der Neubau eines neuen Küchenhauses in Nsanjama wird zur Zeit mit afrikanischen Handwerkern ausgeführt.